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7. Jahrestreffen der
Kompetenzgruppe Substratanbau
Bereits zum sieben Mal in Folge trafen sich
am 31.8. und 1.9.06 über 60 Mitglieder der bundesweiten Kompetenzgruppe
Substratanbau mit Gärtner, Berater, Firmenvertreter und
Versuchsansteller aus allen Teilen Deutschlands, aber auch aus den
Niederlanden, Österreich und der Schweiz zum Jahrestreffen in der
Anbauregion Bodensee. Der Federführende der Kompetenzgruppe, Christoph
Andreas vom GBZ Straelen/Köln-Auweiler, hatte zusammen mit Peter Konrad
vom LBBZ Arenenberg (Kanton Thurgau, Schweiz) und Urike Schmidt
(Reichenau-Gemüse) ein informatives Programm mit dem Besuch von fünf
Tomaten- und Gurkenbetrieben im Kanton Thurgau und auf der Reichenau
zusammengestellt. Zu Beginn stellten die Versuchsanstalten Heidelberg
und Straelen ihre aktuellen Versuche vor. Der folgende
Erfahrungsaustausch über aktuelle Anbauprobleme (Energie, Phytium bei
Gurken, Klima, Substrate, Veredelung) stimmte die Teilnehmer auf die
Fachexkursion ein.
In der Schweiz
Der Schweizer Betrieb Kellermann (Ellikon) kultiviert auf 4,2 ha
Hochglas und 1,2 ha Hochfolien-Tunnel Tomaten auf Steinwolle in hoher
Rinne. Dazu werden auf 60 ha Freiland Karotten, Salate, Broccoli und
Blumenkohl produziert. Die eigene Vermarktungsstruktur und eine
Convenience-Produkt-Linie mit Salaten geben dem Betrieb Kellermann eine
Sonderstellung im Thurgauer Anbaugebiet. Der Betrieb Gamper (Stettfurt)
kultiviert auf 1 ha Rispen- und Roma-Tomaten unter Glas im selben
System. Highlight war hier die hochmoderne Chicorée-Wassertreiberei mit
ganzjährlich 1.000 t. Die Schweizer Energiekosten liegen ähnlich hoch
wie in Deutschland, die Wirtschaftlichkeit wird aber durch wesentlich
höhere Erlöspreise - Stichworte Importbeschränkung und fest vereinbarte
planbare Absatzvereinbarungen - verbessert.
Auf der Reichenau
Auf der Bodenseeinsel Reichenau werden in diesem Jahr 6,7 ha Gurken
und 1,4 ha Tomaten als „Reichenauer Topfkultur“ mit Kokos-Substrat
überwiegend von jungen Gärtnern produziert. Die Besonderheit „Kokos“ als
Kultursubstrat ist Auflage für alle Reichenauer Anbauer; Steinwolle oder
Perlite darf nicht verwendet werden. Die Anerkennung der Reichenau als
Weltkulturerbe durch die UNESCO zwingt die Gärtner zur Einhaltung der
gewachsenen kleinflächigen Anbaustrukturen, so dass notwendige
Flächenvergrößerung der Glasflächen und der Freilandparzellen
unterbleiben müssen.
Rainer Wedelich baut auf 1,4 ha Gurken seit 2003 in Kokos an.
Ausgerüstet mit Energieschirm und CO2-Düngung
erntet er heute fast 100 Gurken je /m², früher waren es im Boden nur 40
Stück. Thomas Huber kultiviert ein Hektar Gurken in älteren Glashäusern,
hat aber in ein Bewässerungssystem mit selbstgebauter UV-Desinfektion
des Dränwassers (z.B. gegen Phytium) mit 3 x 1000 Watt investiert.
Großes Interesse fand der von Ulrike Schmidt betreute Sortenversuch.
Philipp Wurz hat neben 1ha Gurken unter Glas noch 0,4 ha in Erde im
kalten Folienhaus und kommt so unter Glas mit zwei veredelten
Anbausätzen auf 110 Gurken je m². Dem Arbeiten an der Pflanze gewinnt er
höhere Erträge ab. Die gebraucht gekaufte Gurkensortiermaschine wird
überbetrieblich eingesetzt und sortiert bis zu 6.000 Gurken je Stunde.
2007 in Wien
Der persönliche fachliche Austausch zwischen den Teilnehmern war wie
schon zuvor ein wesentliches Merkmal der Veranstaltung und ist gerade
für Einsteiger in die Substratkultur nicht zu unterschätzen. Die
nächste Jahrestagung des Arbeitskreises für Substratkulturen wird Ende
August 2007 in Wien stattfinden, wo mittlerweile bereits rund 120 ha
Fruchtgemüse (Tomaten, Gurken und Paprika) auf Substrat angebaut werden.
Gregor Hofmann, Gemüsebaufachberater der LWK Wien und der IBUG
Ringberatung, hat sich freundlicherweise bereit erklärt, diese Tagung zu
organisieren.
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